AbiBac - erster Jahrgang besteht Prüfungen


Der erste Jahrgang der Tilemannschule als einer von fünf hessischen Schulen hat seinen Abi-Bac-Cursus erfolgreich bestanden. Lesen Sie weiter in dem PDF-Dokument Abibac2010. Dort wird das Abibac-Konzept der Tilemannschule vorgestellt.

Erfahrungsbericht

Wir, 11 Schüler und Schülerinnen des Abiturjahrgangs 2010 der Tilemannschule Limburg, eine von fünf AbiBac-Schulen in Hessen, nahmen an dem von unserer Schule erstmals angebotenen AbiBac-Programm teil. Daher belegten wir obligatorisch neben dem Französisch-Leistungskurs ebenfalls Geschichte und ein zweites gesellschaftswissenschaftliches Fach in französischer Sprache und mussten zusätzlich eine mündliche Prüfung in französischer Literatur ablegen. Nun verfügen wir neben dem Abitur auch über das französische Baccalauréat und haben somit zwei Abschlüsse.

Um auch Außenstehende einen näheren Einblick in dieses Programm zu verschaffen, erstellten wir gemeinsam den folgenden Erfahrungsbericht der unsere Eindrücke des AbiBacs darstellen soll.

Obwohl uns natürlich bewusst war, dass der Arbeitsaufwand bei bilingualem Unterricht wesentlich höher ist, als bei einsprachigen Kursen, schöpften wir dennoch Motivation aus folgenden Vorteilen, die uns dieser Doppel-Abschluss bietet.

Neben dem Erlangen hoher sprachlicher Kompetenzen, sagten uns vor allem die besseren Zukunftsperspektiven durch den Erwerb des doppelten Abschlusses zu.

Diese wären beispielsweise die Möglichkeit eines deutsch-französischen Studiums und dem damit verbundenen Knüpfen erster Kontakte auf dem internationalen Arbeitsmarkt. Wir sehen daher in AbiBac ein modernes Programm im Zuge der Globalisierung und sind davon überzeugt, dass uns einerseits an Hochschulen, andererseits aber auch bei der Arbeitssuche mehr Türen offen stehen werden. Aller Wahrscheinlichkeit nach, wird das Engagement eines AbiBac-Schülers, der über ein breit gefächertes kulturelles Fachwissen verfügt, vom späteren Arbeitgeber sehr geschätzt werden. Trotzdem muss man an dieser Stelle natürlich festhalten, dass wir uns als "AbiBac-Pioniere" unserer Schule erheblich mehr Berufchancen versprechen, da das Programm noch nicht sonderlich verbreitet ist und mit zunehmender Schülerteilnahme die Konkurrenz ebenfalls wachsen würde.

Doch nicht nur die verbesserten Zukunftschancen bei der Arbeitssuche waren ausschlaggebend für die Wahl des bilingualen Unterrichtszweiges.

Vor allem schätzen wir, dass unsere Kurse wesentlich kleiner sind, als die eines regulären Unterrichtsfaches. Daher hat jeder von uns bessere Vorraussetzungen für eine aktive Beteiligung am Unterricht und die verschiedenen Kurse, die wir gemeinsam Belegen verstärkten merklich den Zusammenhalt innerhalb der Gruppe.

Besonders jedoch zeigten wir verstärktes Interesse an den diversen Austauschprogrammen, die im Zuge des AbiBacs an der Tilemannschule angeboten werden. So traten wir durch den Austausch mit unserer AbiBac-Partnerschule aus Pau, einer nicht weit von Pyrenäen und Meer entfernten Stadt im Südwesten Frankreichs, in direkten Kontakt mit der französischen Gastfreundschaft und erfuhren zudem eine Menge über deren Kultur und Lebensweise.

Doch für viele von uns war der Austausch nicht nur eine Erfahrung, die uns unser Leben lang begleiten wird, den die meisten Teilnehmer stehen immer noch in regelmäßigem Kontakt zu ihren Austauschpartnern und schlossen daher lang anhaltende Freundschaften an einem anderen Ort Europas.

Eines der wohl außergewöhnlichsten Erlebnisse innerhalb unserer Schullaufbahn wird jedoch das Austauschprogramm mit dem Überseedepartement &bdquot;La Réunion&lquot; gewesen sein, an dem ebenfalls eine Reihe von uns teilgenommen haben.

Diese kleine zu Frankreich gehörende Insel mitten im Indischen Ozean, faszinierte uns alle durch ihre atemberaubende Landschaft und deren exotischen Inselbewohner.

Aber sei es der Austausch mit Pau, La Réunion oder Exkursionen zu außerschulischen Lernorten, wie der bevorstehende Ausflug nach Verdun, durch alle dieser Programme gelangt man unweigerlich an einen erweiterten Horizont.

Somit ließen sich unsere anfänglichen Unsicherheiten, die wir vor den Austauschbegegnungen hatten auch nicht bestätigen.

Auch das AbiBac-Programm an sich wurde unseren ersten Bedenken, dass wir eventuell völlig überfordert sein würden, nicht gerecht.

Der gesamte Kurs ist der Ansicht, dass man in jedem Fall ebenfalls als durchschnittlicher Französischschüler das Ziel des deutsch-französischen Abschlusses erreichen kann, so lange man genügend Motivation aufbringt und gerade zu Beginn etwas lernbereiter ist. Festzuhalten ist daher, dass in Geschichte, sowie im zweiten gesellschaftlichen Fach die Sprache gegenüber dem Inhalt eine wesentlich kleinere Rolle spielt.

Aber auch wenn wir nach unserem bisherigem bilingualem Unterricht sehr überzeugt von AbiBac sind, haben wir doch einige wenige Verbesserungsvorschläge.

Wir sind deshalb der Überzeugung, der Lehrplan sollte neben Geschichte im zweiten gesellschaftswissenschaflichen Fach bundesweit abgestimmt sein, um die teilweise erheblichen Differenzen zwischen den Bundesländern aufzuheben. Zudem denken wir, dass ein gemeinsames deutsch-französisches Lehrbuch in diesem Fach ebenfalls von Nöten wäre, wie es in Geschichte bereits besteht.

Speziell an unserer Schule wäre es sinnvoll mehr AbiBac-Lehrer bereitzustellen, denn auch für unsere Lehrkräfte hat das Programm einen zusätzlichen Arbeitsaufwand zur Folge. Ein wenig bedauerlich finden wir zudem auch, dass unsere Prüfungsfächerwahl im Bezug auf das deutsche Abitur stark eingeschränkt ist. Des Weiteren lässt sich unsere Uneinsichtigkeit in Anbetracht auf die Bedeutung der französischen Literaturprüfung nicht leugnen.

Schließlich möchten wir Schülerinnen und Schülern, die mit dem Gedanken spielen den bilingualen Zweig zu wählen, noch einige Ratschläge mit auf den Weg geben:

Auf der einen Seite ist es in jedem Fall von Vorteil so früh wie möglich in den zweisprachigen Unterricht zu gehen, also scheut den anfänglichen zusätzlichen Nachmittagsunterricht nicht, denn es wird sich später auszahlen!

Außerdem solltet ihr euch im Vorfeld bei euren Lehrern oder anderweitig über die angebotenen Möglichkeiten informieren, um abwägen zu können, ob AbiBac wirklich das richtige für euch ist. Darüber hinaus ist eine gute Arbeitshaltung wichtig, denn wie schon erwähnt, muss man für den deutsch-französischen Abschluss kein exzeptionelles Französisch-Ass sein, man sollte jedoch ein gewisses Maß an Fleiß mit sich bringen.

Die Schülerinnen und Schüler des AbiBac-Kurses hoffen natürlich, dass wir euch alle als potentielle AbiBac-Schüler einen tieferen Einblick in dieses Programm vermitteln und eventuelle Furcht vorbeugen konnten.