„Bruchstücke“?! ...

...Inszenierungen der AGs Darstellendes Spiel und Schwarzlichttheater ergaben eine runde Sache


Ehepaar Grummt begrüßt Gäste: von links: Neals Ringeisen, Lyly Hoang, Hannah Sandner, Anton Eisenbach, Stella Buschung, Thao Ly Nguyen, Tobias Hoppermann

Ambitioniert hatten die Abiturienten Tizian Bach, David Conrad und Jakob Deckers ihr Theaterstück angelegt. Auf drei Ebenen bewegten sich die bruchstückhaften Szenen, die sich letztlich doch zu einem Ganzen fügten. In der Rahmenhandlung erlebte das Publikum, wie die Alter Egos der Autoren auf der Bühne um Inspiration für ihr Theaterstück ringen. Sie erfinden schließlich, und das ist die Haupthandlung, eine einsame Skihütte, auf der sich nach einer Lawinenwarnung sehr unterschiedliche Charaktere einfinden, so z.B. eine urlaubsreife Familie mit legospielenden Kleinkindern und handysüchtiger, patziger Teenagertochter (Leonie Maglie, Rebecca Diestler, Anabel Flach, Miriam Conrad), ein luxusverwöhntes Ehepaar (Leonie Ferber, Jannis Stahlhofen) mit Ehemann in Daseinskrise und viele Figuren, die einen Querschnitt durch die Gesellschaft zeigen sollen. Eine Lawine schließt die Besucher, „lauter verlorene Seelen“, in der Skihütte ein.


Verlorene Seelen auf der Skihütte

Ihre Gastgeber, Ehepaar Grummt (Hannah Sandner, Anton Eisenbach) scheinen aber mehr zu ahnen. Und richtig – die Gäste sollen einem staatlichen Verhaltensexperiment unterzogen werden, organisiert und durchgeführt von Boulanger und Frau Stir (Tobias Hoppermann, Jessica Buchholz), dass die Jüngste der Gäste das Leben kostet. Gebrochen wird die Haupthandlung durch Szenen mit Regisseurin (Paula Zeh) und Theaterdirektor (Ben Gehlen), die recht unterschiedliche Ansprüche an die Bühnenhandlung stellen. Da hatten die realen Autoren doch etliche Anspielungen auf ihre Oberstufenjahre eingeflochten, Echos auf Positionen zum Theater, literarische Epochen, sogar auf Fahrten, die sie unternommen hatten. Warisa Ramcilovic fegte als eifrige Putzkraft durch viele der Szenen, um zum Schluss eine scharfsinnige Literaturkritik zum Stück vorweg zu nehmen.


Schwarzlichttheater

Im zweiten Teil des Abends bezauberte die Schwarzlichttheatergruppe mit einer Geschichte rund um einen Jungen, der die Hausaufgaben lieber links liegen lässt und sich den Versuchungen der digitalen Welt hingibt. Die besorgte Mutter kann ihren Sohn kaum aus dem Bann der Computerwelt lösen: Social Media, aber auch Computerspiele wie Super Mario, Packman, Star Wars und Ego-Shooter leben als neon-leuchtende Figuren auf, unterstützt von kongenial gewähltem Soundtrack.
Unter Leitung von Claudia Kim brillierten am 10. und 11. Juni 2017 mit den ganz Jungen (6. Klasse) bis zu den Abiturienten 32 Darsteller/innen z.T. in mehreren Rollen in beiden Produktionen. Die Technik-AG der Tilemannschule zeichnete verantwortlich für technisch anspruchsvolle Licht- und Soundeffekte.

Text und Fotos: S. Gorski