Demokratie üben – Juniorwahl an der Tilemannschule

Rund 460 Tilemänner und Tilefrauen reihten sich am 20.09.2017 ein unter eine Million Schülerinnen und Schüler aus 3478 Schulen bundesweit, die sich an der Juniorwahl zur Bundestagswahl 2017 beteiligten. Organisatorisch unterstützt wurden sie bei der Durchführung vor Ort von ihren PoWi-Lehrerinnen und -Lehrern, insbesondere von Melanie Müller-Schlaudt und Carmen Rosenstiel, sowie durch den Leistungskurs PoWi der Q1 und engagierten Grundkursschülern der Q3.
Schon um 7 Uhr morgens wurde das Wahlamt in der Mediothek geöffnet und ab der ersten Stunde kamen nach und nach 466 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 7- 12 zu „ihrer ersten“ Bundestagswahl. Die Wahlbeteiligung lag bei beeindruckenden 96,28 %, ein Beleg dafür, dass „das Interesse an politischer Bildung so groß wie nie ist!“ Joost, 16 Jahre, war positiv überrascht, „mit welcher Ernsthaftigkeit auch die jungen Schüler an der Wahl teilgenommen haben.“
Das nahm auch der Wahlvorstand wahr, der den gesamten Vormittag alle Hände voll zu tun hatte. „Ich war beeindruckt davon, dass so viele an der Wahl teilnehmen wollten und es kaum Nichtwähler gab“, fasste Tim (16 Jahre) seinen Eindruck zusammen.
Das Projekt Juniorwahl wurde von den Wählenden als spannend, interessant und motivierend empfunden, sich später auch an der Bundestagswahl zu beteiligen. „Es ist sehr positiv, jungen Leuten eine Stimme zu geben, die eigentlich noch nicht wählen dürfen, und es ist eine gute Übung, unser Wahlsystem zu verstehen“, kommentierte Tom (17 Jahre) das Projekt.
Am kommenden Sonntag, parallel zur ersten Hochrechnung der Bundestagswahl um 18 Uhr, wird das Ergebnis der Juniorwahl, welches die Teilnehmenden mit Spannung erwarten, veröffentlicht.
Den Wahlhelfern, Wahlleitern oder als Betreuerinnen der Klassen tätigen Schüler/innen dankte Frau Rosenstiel-Stahl, Initiatorin der Jugendwahl 2017 an der Tilemannschule, im Namen der Schulleitung besonders für die reibungslose und ernsthafte Aufgabenerfüllung,
Schon im vergangenen Schuljahr hatten einige Oberstufenschüler/innen ihr besonderes politisches Interesse gezeigt, als sie auf Landesebene beim Projekt „Hessen in guter Verfassung“, an einem Workshop zu der geplanten Veränderung der Hessischen Landesverfassung teilnahmen.

Das bundesweite Schulprojekt Juniorwahl zeigt Wirkung über den schulischen Rahmen hinaus, denn laut verschiedener Begleitstudien vergangener Juniorwahlen (z.B. Universität Madgeburg, 2016) verfüge dieses Projekt über eine „hohe Sozialisationsfunktion“, „setze innerhalb der Familien politische Diskussionen“ in Gang und „erhöhe die Wahlbeteiligung bei Erstwählern und sogar deren Eltern“. So wurde mit der Juniorwahl heute an der Tilemannschule für viele Schüler und Schülerinnen ein weiterer Baustein der Partizipation erworben, eben wie eine Schülerin meinte: „Demokratie zu leben und zu erleben“ ermöglicht.